Mountainbiken erfordert Kraft, Fokus und das Vertrauen, auf ständig wechselndes Terrain zu reagieren. Yoga bietet eine ergänzende Praxis, die Mobilität, Stabilität, Regeneration und die Präsenz unterstützt, die nötig ist, um jede Fahrt mit größerer Achtsamkeit zu meistern. In diesem Artikel erklärt die Yogalehrerin und Mountainbike-Instruktorin Anja, wie Yoga den Körper auf den Trail vorbereitet und ihm anschließend bei der Erholung hilft.
Vom Trail zur Yogamatte
Ich bin tatsächlich vor dem Yoga zum Mountainbiken gekommen, was vielleicht überraschend ist, wenn man bedenkt, dass ich seit mehreren Jahren Vollzeit Yogalehrerin bin, während Mountainbiken für mich nie etwas war, das ich „ernsthaft“ verfolgt habe. Früher suchte ich nach Bewegung, die mir Adrenalin, Herausforderungen, ein Gefühl von Aufregung und Action gab.
Während meines Studiums an der Sportfakultät gab es direkt gegenüber ein Surf- und Bike-Fachgeschäft. Dort kaufte ich mein erstes All-Mountain-Fully, was mir fast unglaublich vorkam. Kurz danach meldete ich mich für einen Kurs an und erwarb meine Mountainbike-Instruktor-Zertifizierung. Einmal machte ich sogar mit einer Gruppe eine Radtour nach Frankreich. Das war eine großartige Erfahrung.
Yoga kam später in mein Leben. Ich schloss 2016 meine erste Ausbildung ab und begann kurz danach, nebenbei Teilzeit zu unterrichten, während ich andere Jobs machte. Heute ist Yoga mein Beruf, und Mountainbiken bleibt ein Hobby, das ich wirklich genieße.
Warum Yoga Mountainbiken unterstützt
Aus meiner Erfahrung teilen Yoga und Mountainbiken mindestens ein grundlegendes Element: Präsenz. Wenn du auf technischem Gelände fährst und nicht vollständig präsent bist, kannst du schnell stürzen und dich verletzen. Yoga hingegen ist nicht gefährlich, lädt dich aber ständig in den gegenwärtigen Moment ein, ins „Hier und Jetzt“.
Für mich ergänzen sie sich so, dass Yoga ein Gefühl von Ruhe, Stabilität und einen sicheren, vorhersehbaren Raum bietet. Mountainbiken hingegen bringt mehr körperliche Anstrengung, Adrenalin, eine erhöhte Herzfrequenz sowie ein Element von Unvorhersehbarkeit und Risiko mit sich – etwas, dem man sich stellen und das man überwinden muss.
Aus körperlicher Sicht glaube ich, dass Yoga fast jede Sportart unterstützen kann. Speziell fürs Mountainbiken ist Beweglichkeit ein großer Vorteil, besonders in Brust, Schultern, Hüften und Wirbelsäule, die sich durch regelmäßige Yogapraxis verbessern lassen. Außerdem hilft Yoga dabei, zumindest ein grundlegendes Maß an Kraft zu entwickeln, insbesondere in Bezug auf Stabilität. Schließlich würde ich sagen, dass Yoga die allgemeine Körperkoordination verbessert, was nicht nur beim Biken, sondern auch im Alltag von Vorteil ist.

Yogaposen für Mountainbiker
Dynamische Bewegungen als Aufwärmen, um wichtige Muskeln zu aktivieren und die Mobilität zu verbessern:
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Gedrehter Sitz: Wärmt die Wirbelsäule auf und fördert die Rotationsbeweglichkeit.
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Umgekehrter Tisch: Öffnet die Hüften und stärkt Gesäß und Schultern.
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Navasana (Bootshaltung): Aktiviert die Körpermitte für eine bessere Fahrradkontrolle.
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Katze-Kuh: Fördert die Beweglichkeit der Wirbelsäule und reduziert Steifheit im Rücken.
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Anahatasana (Herzöffnende Haltung)
Modifizierter nach oben schauender Hund: Öffnet die Schultern und wärmt den Oberkörper auf, um ihn auf die bevorstehende Fahrt vorzubereiten.
Niedriger Ausfallschritt mit Pulsieren & Drehungen: Lockert die Hüften und verbessert die Flexibilität.
Statisches Dehnen nach einer langen Fahrt, um Spannungen zu lösen und das Gleichgewicht wiederherzustellen:
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Anahatasana-Halten: Löst Schultern und Brust weiter.
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Quadrizeps-Dehnung: Lindert Spannungen an der Vorderseite der Oberschenkel nach dem Treten.
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Brustdehnung (Bauchlage): Wirkung gegen die gerundete Haltung beim Radfahren.
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Hamstring-Dehnung mit Gurt: Hilft, Verhärtungen in den Beinen vorzubeugen.
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Supta Baddha Konasana (liegende gebundene Winkelhaltung): Eine abschließende Entspannung, um Energie wiederherzustellen und das Nervensystem zu beruhigen.
Vinyasa-Flow für Mountainbiker
Egal, ob du auf Trails unterwegs bist oder einen Regenerationstag einlegst: Yoga in deine Routine zu integrieren kann dir helfen, länger zu fahren, schneller zu regenerieren und dich auf und abseits des Bikes besser zu fühlen. Genau wie das Meistern einer technischen Abfahrt baut eine konsequente Yogapraxis mit der Zeit Kraft, Flexibilität und Fokus auf und ist damit die perfekte Ergänzung zum Mountainbiken.
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