Dies ist Teil unserer Yoga Style Guide-Reihe, die verschiedene Praktiken und die Lehrenden, die sie zum Leben erwecken, erkundet. Ob du deine aktuelle Praxis vertiefen oder etwas Neues entdecken möchtest, diese Guides sollen informieren und inspirieren. Diese Ausgabe stellt die Lehrerin Josefina Nano vor.
Kundalini-Yoga wird oft als Yoga des Bewusstseins bezeichnet. Es verbindet rhythmische Bewegung, gezielten Atem, Mantra und Meditation, um innere Energie zu erwecken und dir zu helfen, dem Leben aus einem klareren, geerdeteren Ort heraus zu begegnen.
Anstatt sich nur auf Flexibilität oder Kraft zu konzentrieren, arbeitet Kundalini direkt mit dem Nervensystem und dem feinstofflichen Körper. Durch Atem und Wiederholung unterstützt die Praxis Veränderungen darin, wie du dich fühlst, denkst und im Alltag auftrittst.
Das Konzept der Kundalini-Energie stammt aus alten yogischen Traditionen. Die Form des Kundalini-Yoga, die heute weit verbreitet praktiziert wird, wurde Ende der 1960er-Jahre zugänglicher, als strukturierte Sequenzen, bekannt als Kriyas, mit einer größeren Gemeinschaft von Schüler:innen geteilt wurden.
Von Erschöpfung zu Essence
Viele Menschen kommen zum Kundalini-Yoga nicht nur auf der Suche nach Bewegung, sondern auf der Suche nach einer anderen Art, im eigenen Körper zu leben.
Durch rhythmische Bewegung, Atem und Mantra lädt die Praxis dich ein, dich wieder mit deinem Körper und deiner inneren Energie zu verbinden. Mit der Zeit unterstützt sie mehr Präsenz, emotionale Ausgeglichenheit und Mitgefühl für die eigenen Bedürfnisse.
„Für mich geht es bei Kundalini nicht darum, mehr zu tun“, sagt Josefina. „Es geht darum zu lernen, aus dir selbst heraus zu leben, anstatt ständig vor den eigenen Bedürfnissen davonzulaufen. Wir arbeiten mit den verschiedenen Körpern (physisch, mental, emotional), damit Frauen aus chronischer Erschöpfung heraustreten und in ihre Lebenskraft zurückkehren können.“

Die Kernelemente der Kundalini-Praxis
Eine Kundalini-Yoga-Einheit kombiniert mehrere Schlüsselelemente, die zusammenwirken, um Vitalität und innere Balance zu unterstützen.
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Kriyas: strukturierte Abfolgen von Haltungen und Bewegungen, die meist für eine bestimmte Zeit wiederholt werden und darauf ausgelegt sind, spezifische körperliche und energetische Wirkungen zu erzeugen (zum Beispiel Erdung, das Lösen von Spannungen oder den Aufbau inneren Feuers).
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Pranayama: Atemübungen wie Breath of Fire, langes tiefes Atmen oder segmentiertes Atmen, die helfen, das Nervensystem auszugleichen und die emotionale Regulation zu unterstützen.
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Mantra: wiederholte Klangschwingungen, laut gesungen oder innerlich wiederholt, die helfen, den Geist zu fokussieren und den inneren Zustand zu stabilisieren.
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Meditation: stille oder sanft bewegte Meditationen, die Mudras (Handgesten), Blickfokus und Atem kombinieren, um die Wahrnehmung zu verfeinern.
Mit der Zeit unterstützt diese Mischung von Elementen nicht nur körperliche Vitalität, sondern auch Klarheit, emotionale Ausgeglichenheit und ein Gefühl der connection zu etwas Größerem als deinen alltäglichen Sorgen.
Kriya: Eine Reise nach innen
In vielen Yoga-Praktiken bewegst du dich vielleicht frei von einer Pose zur nächsten. Im Kundalini ist das Herz der Praxis die Kriya , eine strukturierte Abfolge von Haltung, Atem und Wiederholung, die über eine bestimmte Zeit praktiziert wird.
Jedes Kriya hat eine Absicht: stärkung des Nervensystems, Ausgleich des Drüsensystems, Öffnen des Herzens, Klären von mentalem Nebel oder die Kultivierung eines Zustands ruhiger Wachheit.
Anstatt einer „perfekten“ Form nachzujagen, werden die Schüler eingeladen, bei der Empfindung zu bleiben und zu beobachten, was auftaucht.
„Kriyas sind wie kleine Reisen“, erklärt Josefina. „Du begegnest deinem Geist, deinen Grenzen, deinen Geschichten. Und Atemzug für Atemzug erkennst du, dass du größer bist als all das.“

Wie eine Kundalini-Stunde aussieht
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Einstimmen: Beginn mit einem einfachen Mantra, um den Geist zu zentrieren und sich mit der Absicht der Praxis zu verbinden.
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Sanfte Aufwärmübungen: Bewegungen für Wirbelsäule, Schultern, Hüften und Nacken, um die Durchblutung anzuregen und den Körper vorzubereiten.
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Haupt-Kriya: Eine Abfolge von Haltungen und Bewegungen (manchmal dynamisch, manchmal eher statisch), die mit bestimmten Atemtechniken koordiniert werden.
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Entspannung: Eine tiefe Ruhe auf der Matte, damit das Nervensystem die Arbeit integrieren kann.
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Meditation: Oft mit Mantra, Mudra oder fokussiertem Atem, um die Aufmerksamkeit zu sammeln und die Praxis abzuschließen.
Die Herausforderung im Kundalini liegt oft im Inneren. Die Praxis lädt dich ein, präsent zu bleiben, durch Empfindungen zu atmen und deine Gedanken zu beobachten, ohne zu reagieren.
Wie Kundalini den Alltag unterstützt
Kundalini Yoga geht nicht nur darum, was auf der Matte geschieht. Sein Ziel ist es, zu verändern, wie du dein Leben erfährst. Durch Atem, Mantra und Wirbelsäulenbewegung kann die Praxis helfen:
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das Nervensystem zu regulieren und Stress zu reduzieren
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emotionale Resilienz und geistige Klarheit aufzubauen
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Vitalität und Fokus zu steigern
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die connection mit der Intuition zu stärken
Josefina sieht diese Veränderungen bei den Frauen, mit denen sie arbeitet. „Viele kommen an und fühlen sich körperlich, geistig und emotional erschöpft. Mit der Zeit begin, ihre Energie zurückzugewinnen. Sie treffen andere Entscheidungen. Sie begegnen sich selbst mit mehr Sanftheit und Wahrhaftigkeit. Die Praxis wird zu einer Brücke vom Überlebensmodus hin zu einer weiteren, stimmigeren Art zu leben.“

Mit deiner Kundalini-Praxis beginnen
Wenn du neu im Kundalini Yoga bist, empfiehlt Josefina, sanft zu beginnen und regelmäßig zu üben.
Du könntest begin mit:
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3–7 Minuten einfache Wirbelsäulenbewegungen am Morgen (wie Wirbelsäulenbeugen oder sanfte Drehungen) in Verbindung mit langem, tiefem Atmen.
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Eine kurze Mantra-Meditation, bei der du einen Satz still oder laut wiederholst und dich dabei auf den Atem konzentrierst.
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Ein grundlegendes Kriya, das regelmäßig praktiziert wird – wähle etwas, das für Erdung, Energie oder Stressabbau gedacht ist, statt der körperlich anspruchsvollsten Option.
Am wichtigsten ist es, der Praxis mit Neugier und Freundlichkeit dir selbst gegenüber zu begegnen.
„Du musst nicht ruhig oder ‚spirituell‘ ankommen“, sagt sie. „Du musst nur so ankommen, wie du bist. Die Praxis weiß, was sie damit anfangen soll.“
Detox-Kriya-Kundalini-Yoga-Praxis
Durch dynamische Bewegung, Atem und fokussierte Achtsamkeit hilft diese Kriya, gespeicherte Spannungen und Emotionen wie Ärger, Frustration und Stress zu lösen, während sie den freien Fluss von Prana, also Lebensenergie, im gesamten Körper unterstützt.
Die Abfolge der Bewegungen stimuliert die Drüsen, das Verdauungssystem und das Nervensystem und fördert Heilung, Vitalität und emotionales Gleichgewicht. Sie stärkt außerdem die Körpermitte, die Wirbelsäule und die Beine und unterstützt so sowohl körperliche als auch energetische Stabilität.
Durch das Praktizieren dieser Kriya schaffst du eine tiefe innere Reinigung, die dein System revitalisiert, die geistige Klarheit verbessert und emotionale Widerstandskraft unterstützt.
Josefina kennenlernen
Josefina ist Kundalini-Yoga-Lehrerin und Gründerin von SOM (The Sombrero Galaxy), einem Online-Yogastudio, das sich nachhaltigem Wohlbefinden und innerer Transformation widmet.
Seit mehr als achtzehn Jahren erforscht sie die Beziehung zwischen Körper, Energie und Bewusstsein als echte Wege der Veränderung. Heute unterstützt sie Frauen, die bereit sind, aus dem Burnout auszusteigen, sich wieder mit ihrer Essenz zu verbinden und ihr Leben in liebevolle Eigenverantwortung zu nehmen.
Instagram: @josefina_nano
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